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Fisting: Absprache, Handschuhe und Risiken

Veröffentlicht am · Zuletzt geprüft am · So arbeiten wir

Beim Fisting wird eine ganze Hand in den Anus oder die Vagina eingeführt, bis zum Handgelenk oder darüber hinaus. Das passiert nicht spontan. Wer es mag, kommt meist über Monate dorthin, mit Fingern, grösser werdenden Toys und viel Geduld. Dieser Ratgeber erklärt, was vorher feststehen sollte, und was Fachstellen zu Schutz und Risiken schreiben. Für alle, die zuerst mit einem Toy üben, gibt es Fisting-Dildos in Form einer Faust.

Was ist Fisting?

Eine Praktik, bei der die Finger zu einer schmalen Form zusammengelegt und langsam eingeführt werden, bis die ganze Hand drin ist. Anal braucht es dafür viel Gleitmittel, weil der Anus nicht von selbst feucht wird. Vaginal gilt dasselbe, sobald die eigene Feuchtigkeit nicht mehr reicht. Die meiste Zeit geht es um sehr langsames Weiten und Warten. Für das erste Mal Analsex ist es kein Ziel. Die Grundlagen stehen im Ratgeber Analspielzeug für Einsteiger.

Vom Anus zur Vagina?

Nur mit einem frischen Handschuh. Die Aids-Hilfe Schweiz rät zu einem neuen Handschuh für jede Körperöffnung, und LIEBESLEBEN schreibt für Sexspielzeug dasselbe: bei jedem Wechsel zwischen Scheide und Po ein neues Kondom. So kommen keine Keime aus dem Darm in die Vagina. Dasselbe gilt für Toys, die den Weg wechseln. Sie werden gewaschen oder bekommen ein frisches Kondom.

Worüber sprecht ihr vorher?

Über das, was ihr wollt, was nicht, und wie die aufnehmende Person «langsamer» und «stopp» sagt. Ein Safeword ist hier besonders nützlich, weil die Person, die fistet, kaum spüren kann, was innen passiert. Sie ist auf Rückmeldung angewiesen. Wie ihr das abmacht, erklärt der Ratgeber BDSM sicher beginnen. Wer aufnimmt, bestimmt das Tempo, immer.

Wie bereitet man sich auf Fisting vor?

Mit kurzen, glatt gefeilten Nägeln, ohne Ringe und mit gewaschenen Händen. Auf Schmuck und scharfe Fingernägel sollst du beim Eindringen mit Fingern besonders achten, schreibt LIEBESLEBEN, das Präventionsportal des deutschen Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Zum Herantasten eignen sich Analdildos und Analplugs in steigenden Grössen. Plant genug Zeit ein, ohne Termin danach, und sorgt für eine bequeme Lage, etwa mit einem Kissen unter dem Becken. Wie du Durchmesser und Länge beim Artikel liest, steht im Ratgeber Sextoy-Grösse wählen.

Ob jemand vorher spült, ist eine eigene Entscheidung. Was dabei zu beachten ist, beschreibt der Ratgeber Analdusche.

Warum Handschuhe beim Fisting?

Weil sie vor Infektionen schützen. Die Aids-Hilfe Schweiz schreibt, dass Einweghandschuhe beim Fisting vor HIV und Hepatitis C schützen, wenn sie für jede Körperöffnung und jede Person neu sind. LIEBESLEBEN rät ebenfalls zu Handschuhen und zu neuen für jeden Menschen, mit dem du Sex hast. Ein Handschuh glättet ausserdem die Haut und die Ränder der Nägel, kurze Nägel braucht es trotzdem. Bei einer Latexallergie brauchst du Handschuhe aus einem anderen Material.

Welches Gleitmittel passt?

Eines, das zu den Handschuhen passt, und davon reichlich. Zu Latex passen Mittel auf Wasser- oder Silikonbasis. Fettige oder ölige Produkte greifen Latex an, schreibt die Aids-Hilfe Schweiz für Kondome, und Handschuhe aus Latex sind dasselbe Material. Silikon bleibt länger gleitfähig, Wasserbasis lässt sich leichter abwaschen. Nachlegen gehört dazu, sobald es zieht oder bremst. Mehr dazu im Ratgeber Gleitmittel: Wasser, Silikon oder Öl.

Wichtig ist auch, woher das Gleitmittel kommt. Die Aids-Hilfe Schweiz rät, für jede aufnehmende Person eine eigene Tube oder einen eigenen Topf zu nehmen, weil das das Risiko für Hepatitis C weiter senkt. LIEBESLEBEN schreibt dasselbe: nicht mit anderen in denselben Topf greifen. Gele für den Po findest du unter Anal-Gleitgel, länger haltende unter Gleitgel auf Silikonbasis.

Wie hängen Fisting und Hepatitis C zusammen?

Über Blut. Hepatitis C kann beim Sex übertragen werden, wenn Blut im Spiel ist, etwa beim Fisting, schreibt die Aids-Hilfe Schweiz. Zwei Studien unter HIV-positiven Männern, die Sex mit Männern haben, stützen das. In Deutschland waren aufnehmendes Fisting und Blutungen aus dem Enddarm beim Sex mit einer frischen Hepatitis C verbunden (Schmidt u. a., 2011). In den Niederlanden war ungeschütztes Fisting mit einer etwa 2,6-mal so hohen Chance auf eine Ansteckung verbunden, das Teilen von Sextoys mit einer etwa 3,6-mal so hohen (Vanhommerig u. a., 2015). Die deutsche Studie hält auch fest, dass Kondome und Handschuhe wenig schützen, wenn Blut daran ist. Darum kommt nach jeder Person und jeder Körperöffnung ein frischer Handschuh. Beide Studien fanden ausserdem einen Zusammenhang mit Drogen, die durch die Nase gezogen werden, die niederländische ausdrücklich mit dem Teilen von Röhrchen. Wer bei solchen Treffen konsumiert, nimmt ein eigenes. Wer regelmässig fistet, spricht das beim nächsten Test auf sexuell übertragbare Infektionen an.

Wann hört ihr auf?

Sobald es weh tut. Ein Druck- oder Dehnungsgefühl gehört dazu, Schmerz nicht. Die Cleveland Clinic nennt für den Analsex zwei Warnzeichen: Ein starker, stechender Schmerz, der nicht innerhalb von 30 Minuten nachlässt, gehört in die Notaufnahme. Bei starker Blutung oder Blut, das eine Stunde danach noch kommt, gehst du zur Ärztin oder zum Arzt. Auch wenn es peinlich wirkt, ist dieser Weg der richtige.

Und Fisting-Dildos?

Sie haben die Form einer Faust, oft mit einem Stück Unterarm, und sind für Menschen gedacht, die schon Erfahrung mit grossen Toys haben. Im Laden stammen sie von All Black, laut Titel von einer Faust mit 13 cm bis zu einem Arm mit 40 cm. Als Material nennen die Lieferantentexte Silikon oder PVC. PVC kann Keime aufnehmen, ein Kondom über dem Toy hilft dagegen. Gewaschen wird nach jedem Gebrauch mit warmem Wasser und milder Seife. Wie bei jedem grossen Toy gilt: lieber eine Grösse zu klein als eine zu gross, und erst wechseln, wenn die kleinere über mehrere Male bequem war.

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Quellen

  1. Schutz-Empfehlungen, Aids-Hilfe Schweiz, abgerufen am
  2. Kondom, Aids-Hilfe Schweiz, abgerufen am
  3. Sexpraktiken und Schutz, LIEBESLEBEN, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, abgerufen am
  4. Schmidt u. a. 2011, Trouble with bleeding: risk factors for acute hepatitis C among HIV-positive gay men from Germany, PLoS ONE, abgerufen am
  5. Vanhommerig u. a. 2015, Risk Factors for Sexual Transmission of Hepatitis C Virus Among HIV-Infected Men Who Have Sex With Men, Open Forum Infectious Diseases, abgerufen am
  6. Analverkehr sicher gestalten, Cleveland Clinic, abgerufen am

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