Mit einer Analdusche spülst du vor dem Analsex den Enddarm mit Wasser. Manche tun das jedes Mal, andere nie, und beides ist in Ordnung. Wer spült, will meistens das Gefühl haben, sauber zu sein. Damit das sanft bleibt, kommt es auf das Wasser, die Menge und die Häufigkeit an. Die Duschen im Laden stehen unter Analduschen.
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Muss man sich vor dem Analsex spülen?
Nein. Die Cleveland Clinic, ein grosses Spital in den USA, schreibt, dass die meisten Ärztinnen und Ärzte von Spülungen und Einläufen abraten, weil sie das Gewebe im Anus dünner machen können. Wer trotzdem spülen will, soll laut Cleveland Clinic nur warmes Wasser nehmen und die Düse nur wenige Zentimeter einführen. Was es beim ersten Mal sonst braucht, steht im Ratgeber Analspielzeug für Einsteiger.
Welche Analduschen gibt es?
Im Sortiment kommen drei Bauarten vor. Wie viel hineingeht und wie lang die Düse ist, steht beim Artikel, soweit der Lieferant es angibt.
- Birne oder Ball mit Düse: du füllst sie mit Wasser und drückst sie langsam aus. Bei Mr Play fasst ein Ball laut Lieferant 224 ml, die Düse ist 7,5 cm lang und 0,9 cm dick. Die One Way von CalExotics hat ein Ventil, damit kein Wasser zurück in die Birne fliesst.
- Aufsatz für den Duschschlauch: etwa die Anal Cleaner von Addicted Toys, die laut Hersteller mit einem Universaladapter an die meisten Duschen passen.
- Reisedusche: klein und zum Mitnehmen, bei Addicted Toys in den Grössen M mit 160 ml und L mit 220 ml.
Mit einer Birne bestimmst du Menge und Tempo selbst. Beim Duschaufsatz regelst du Druck und Temperatur an der Armatur, und das braucht etwas Fingerspitzengefühl. Als Material nennen die Lieferantentexte Gummi, Silikon, ABS oder PVC.
Welches Wasser eignet sich für die Analdusche?
Lauwarmes Leitungswasser, ohne Zusätze. Seife, Duschgel oder Spülungen mit Chemie hält die Cleveland Clinic auf Dauer für keine gute Idee. Prüf die Temperatur an der Innenseite deines Handgelenks, bevor du anfängst.
Wie die Darmschleimhaut auf verschiedene Flüssigkeiten reagiert, hat eine kleine Studie an der Johns Hopkins University mit neun Männern untersucht (Leyva u. a., 2013). Ein handelsüblicher Einlauf mit hohem Salzgehalt löste dabei Zellen der Schleimhaut ab. Destilliertes Wasser machte die Schleimhaut für kurze Zeit durchlässiger. Gut schnitt eine Lösung ab, deren Salzgehalt dem des Körpers entspricht, sie war in allen Punkten gleich gut oder besser. Als angenehm empfanden die Teilnehmer alle drei Varianten etwa gleich. Leitungswasser haben die Forschenden nicht getestet, und neun Teilnehmer sind wenig. Einen Grund für Zusätze im Wasser liefert sie nicht.
So gehst du vor
- Wasch die Dusche vor dem Gebrauch mit warmem Wasser und milder Seife.
- Füll lauwarmes Wasser ein und gib etwas Anal-Gleitgel auf die Düse.
- Führ die Düse langsam und nur wenige Zentimeter ein, etwa im Sitzen auf der Toilette oder in der Hocke in der Dusche.
- Drück das Wasser sanft hinein, nicht mit Kraft. Schmerz ist ein Grund aufzuhören.
- Zieh die Düse heraus und lass das Wasser auf der Toilette wieder ab.
Wiederhole das ein paar Mal, bis das Wasser klar bleibt. Lass dir danach etwas Zeit, bevor es weitergeht.
Wie oft ist zu oft?
Darauf gibt es keine feste Zahl. Eine Auswertung von 24 Studien aus den Jahren 1970 bis 2018 mit über 20 000 Männern, die Sex mit Männern haben, fand bei denen, die vor dem Analsex spülten, häufiger HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (Li u. a., 2019). Die Chance auf HIV war etwa 2,8-mal so hoch, auf andere Infektionen etwa 2,5-mal. Ob das Spülen selbst die Ursache ist, klärt die Auswertung nicht. Die Autorinnen und Autoren vermuten kleine Verletzungen der Schleimhaut und fordern Studien, die Menschen über längere Zeit begleiten. Wer spült, macht es darum besser sanft und nicht vor jedem Sex. Vor HIV schützt beim Analsex das Kondom.
Darf man eine Analdusche teilen?
Besser nicht. Teilen sich mehrere eine Analdusche, kann es zu Schmierinfektionen kommen, also zu Infektionen über Keime auf Oberflächen, schreibt LOVE LIFE vom Bundesamt für Gesundheit. LOVE LIFE rät deshalb, die Dusche vor dem Benutzen zu reinigen und zu desinfizieren. Am einfachsten ist eine eigene. Wer sie trotzdem teilt, reinigt und desinfiziert sie vor jedem Wechsel.
Und Intimduschen für die Vagina?
Die Vagina reinigt sich selbst. LOVE LIFE rät, Vulva und Penis nur mit Wasser zu waschen und auf Spülungen zu verzichten. Eine übertriebene Intimpflege, besonders Seife an Vulva oder Eichel und regelmässige Spülungen, stört laut LOVE LIFE das Gleichgewicht der Bakterien auf der Schleimhaut. Manche Duschen im Sortiment heissen «Intimdusche» und sind für beides gedacht. Für die Vagina brauchst du sie nicht.
Wie reinigst du eine Analdusche?
Direkt nach dem Gebrauch mit warmem Wasser und milder Seife, innen und aussen. Lässt sich die Dusche zerlegen, wie die One Way von CalExotics, nimm sie dafür auseinander. Danach offen und mit der Düse nach unten trocknen lassen, damit kein Wasser im Ball steht. Reiniger und Pflegemittel findest du unter Reinigung & Pflege, mehr zur Pflege im Ratgeber Sextoys reinigen und aufbewahren.
Wann zur Ärztin oder zum Arzt?
Die Cleveland Clinic nennt zwei Warnzeichen nach dem Analsex. Ein starker, stechender Schmerz, der nicht innerhalb von 30 Minuten nachlässt, gehört in die Notaufnahme. Bei starker Blutung oder Blut, das eine Stunde danach noch kommt, gehst du zur Ärztin oder zum Arzt. Ein paar Tropfen Blut sind gerade beim ersten Mal nicht ungewöhnlich. Wer sich nach dem Spülen für ein Toy entscheidet, findet bei den Analplugs Modelle mit breitem Fuss, und der Ratgeber Prostata-Massage erklärt, wie es danach weitergehen kann.
