Der Po ist für viele Menschen eine empfindliche Zone, unabhängig von Geschlecht und Orientierung. Manche fangen mit einem Finger an und landen irgendwann bei der Frage nach dem ersten Toy. Anal unterscheidet sich in ein paar Punkten deutlich von allem anderen, und genau diese Punkte entscheiden darüber, ob das erste Mal angenehm wird. Es geht um die Form des Toys, um Gleitmittel und um Geduld. Mehr braucht es eigentlich nicht.
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Warum braucht ein Analtoy einen breiten Fuss?
Damit es nicht ganz hineinrutscht. Planned Parenthood, eine Gesundheitsorganisation in den USA, betont, dass jedes Toy für den Po einen breiten Fuss haben muss oder sonst etwas, womit es sich sicher wieder herausziehen lässt. Die Vagina endet am Muttermund, dort kann nichts verloren gehen. Der Darm dagegen hat kein solches Ende. Ein Toy, an das du nicht mehr herankommst, muss im schlimmsten Fall von einer Ärztin oder einem Arzt entfernt werden.
Ein Dildo ohne Fuss, ein Vibrator ohne Stopper oder gar ein Gegenstand aus dem Haushalt gehört nicht in den Po. Die Toys unter Anal-Toys sind dafür gebaut. Achte trotzdem beim Artikel auf das Bild und die Beschreibung des Fusses. Die Cleveland Clinic, eine Klinik in den USA, weist ausserdem darauf hin, den Fuss selbst nicht einzuführen, weil er die Öffnung einreissen kann.
Welches Toy für den Anfang?
Ein kleiner, schlanker Plug ist ein einfacher Einstieg. Er wird eingeführt und bleibt dann an Ort und Stelle, sodass du dich an das Gefühl gewöhnen kannst. Die Auswahl steht unter Analplugs. Schau dort auf die Masse beim Artikel, vor allem auf den grössten Durchmesser. Ein Plug für den Anfang darf ruhig schmaler sein, als du denkst. Grössere Modelle kommen später, wenn überhaupt.
Andere Formen für den Einstieg sind Analdildos, die du selbst bewegst, und Analvibratoren. Bei Analkugeln sitzen mehrere Kugeln hintereinander, oft mit einem Ring oder Griff am Ende. Für einen Körper mit Prostata gibt es eigene Prostata-Massagegeräte, die leicht gebogen sind. Eine gebogene Form soll die Prostata erreichen, so beschreibt es Planned Parenthood.
Welches Material?
Eines, das sich gut sauber halten lässt. Nicht porös sind laut Planned Parenthood 100 % Silikon, harter Kunststoff, Edelstahl, Aluminium und bruchfestes Glas. Sie nehmen keine Keime auf. Silikon gibt etwas nach, Glas und Metall sind fest und glatt. Was dir lieber ist, merkst du beim Ausprobieren. Weiche Kunststoffe wie TPE oder PVC können Keime aufnehmen, auch wenn du sie wäschst. Ein Kondom über dem Toy hilft dann. Was beim Artikel zum Material steht, erklärt der Ratgeber Sextoy-Materialien.
Wie viel Gleitmittel braucht es?
Mehr, als du denkst. Der Anus befeuchtet sich nicht selbst, wie es die Vagina tut. Ohne Gleitmittel wird es schmerzhaft und unsicher, schreibt Planned Parenthood, und die Cleveland Clinic rät, bei Unbehagen nachzulegen. Auch das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, die frühere BZgA, empfiehlt in seiner Broschüre «Sichergehn» beim Analverkehr zusätzliches Gleitgel.
Gleitgel auf Wasserbasis passt zu jedem Toy und jedem Kondom. Silikon-Gleitgel hält länger, verträgt sich aber nicht mit Toys aus Silikon, ausser mit einem Kondom darüber. Gele für den Po findest du unter Anal-Gleitgel. Daneben gibt es Gele, die als entspannend oder betäubend verkauft werden. Zu deren Wirkung sagen wir nichts. Schmerz ist beim Analsex aber ein wichtiges Signal, und das möchtest du spüren. Den Vergleich der Grundlagen findest du im Ratgeber Gleitmittel: Wasser, Silikon oder Öl.
So gehst du beim ersten Mal vor
Nimm dir Zeit und fang klein an. Die Cleveland Clinic rät, langsam zu beginnen und dich Schritt für Schritt zu dem vorzuarbeiten, was sich gut anfühlt. Eile kann zu Verletzungen führen. Manche beginnen mit einem Finger oder einer Massage rund um den Anus, bevor ein Toy dazukommt.
Gib reichlich Gleitgel auf das Toy und an den Anus. Setz die Spitze an, lass dir Zeit und schieb dann langsam weiter, ohne Druck. Wird der Schmerz stärker oder hält er an, hör auf, so die Cleveland Clinic. Allein bestimmst du Tempo und Winkel ganz selbst, und niemand wartet auf dich.
Wie lange darf ein Plug drin bleiben?
Das steht in der Anleitung des Herstellers zu deinem Modell, eine feste Zeit für alle nennen wir nicht. Fang mit kurzer Zeit an und nimm den Plug heraus, sobald etwas drückt oder schmerzt. Wird der Schmerz stärker oder hält er an, hörst du auf, so die Cleveland Clinic. Einen Plug den ganzen Tag zu tragen, empfehlen wir nicht. Hast du Beschwerden am Po oder am Darm, klär das vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Vom Po zur Vagina?
Nur gewaschen oder mit einem frischen Kondom. Ein Toy, das im Anus war, gehört nie ungewaschen oder mit demselben Kondom in die Vagina, schreibt Planned Parenthood, weil das zu einer Entzündung der Vagina führen kann. LIEBESLEBEN, das Präventionsportal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit, rät, beim Teilen von Sexspielzeug Kondome zu verwenden und bei jedem Wechsel zwischen Scheide und Po ein neues zu nehmen. LOVE LIFE, die Kampagne des Bundesamts für Gesundheit, empfiehlt dasselbe beim Wechsel von Person oder Körperöffnung.
Und eine Analdusche?
Ist kein Muss. Die Cleveland Clinic schreibt, dass die meisten Ärztinnen und Ärzte von Spülungen abraten, und wenn doch, dann nur mit warmem Wasser. Wer sich mit einer Dusche wohler fühlt, findet sie unter Analduschen. Teilen sich mehrere eine Analdusche, rät LOVE LIFE, sie vor dem Benutzen und vor dem Weitergeben zu reinigen und zu desinfizieren.
Wann zur Ärztin oder zum Arzt?
Wenn ein Toy nicht mehr herauskommt. Dann muss es eventuell eine Ärztin oder ein Arzt entfernen, schreibt Planned Parenthood, und der Weg in die Notaufnahme ist richtig, auch wenn er Überwindung kostet. Die Cleveland Clinic nennt ausserdem zwei Warnzeichen nach dem Sex. Starker Schmerz, der nicht innerhalb von 30 Minuten nachlässt, gehört in die Notaufnahme. Bei starker Blutung oder einer Blutung, die eine Stunde danach noch anhält, gehst du zur Ärztin oder zum Arzt.
Pflege nach dem Spielen
Wasch das Toy direkt danach mit warmem Wasser und milder Seife. Toys mit Motor dürfen nur unter Wasser, wenn der Hersteller es erlaubt. Danach trocknen lassen und weglegen. Mehr dazu im Ratgeber Sextoys reinigen und aufbewahren.
Plugs gibt es unter anderem von Fun Factory, Calexotics, Addicted Toys und aus Glas von Icicles. Wichtiger als die Marke ist der Fuss.
