Eine Massage ist eine der einfachsten Arten, einander näherzukommen. Es braucht kein Können, keine Ausrüstung ausser einem Öl und etwas Zeit, und sie muss nirgendwo hinführen. Manchmal endet sie mit Sex, manchmal mit Schlaf, beides ist in Ordnung. Ein paar Dinge solltest du über Massageöl trotzdem wissen, vor allem, wenn später ein Kondom ins Spiel kommt.
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Massageöl, Creme oder Gel?
Öl gleitet lange und lässt sich gut verteilen, gerade auf Rücken und Beinen. Eine Creme ist fester und lässt sich gezielter auftragen. Daneben gibt es Massagegele, und manche davon sind laut Lieferant auf Wasserbasis. Das spielt eine Rolle, wenn es nach der Massage weitergeht. Welche Basis ein Produkt hat, steht im Artikeltext.
Im Laden findest du unter Massageöle & Massagegele Produkte ohne Geschmack, unter Massageöle mit Aroma solche mit Duft oder Geschmack, und dazu Massagecremes und fertige Massage-Sets.
Passt Massageöl zu Kondomen?
Zu Latexkondomen nicht. Fettige oder ölige Mittel greifen das Latex an, schreibt die Aids-Hilfe Schweiz. Ein Kondom kann dadurch durchlässig werden, auch wenn man ihm nichts ansieht. Das betrifft auch Öl, das nie als Gleitmittel gedacht war. Wer sich gerade mit Öl massiert hat, hat es an den Händen und auf der Haut, und von dort kommt es leicht an das Kondom.
Plant ihr nach der Massage Sex mit Kondom, gibt es zwei einfache Wege. Ihr massiert nur Rücken, Schultern und Beine und wascht euch danach die Hände. Oder ihr nehmt ein Massagegel auf Wasserbasis, sofern der Lieferant das angibt. Als Gleitmittel taugen dann nur Mittel auf Wasser- oder Silikonbasis. Kondome aus Polyurethan vertragen Öl, schrieb die Stiftung Warentest. Wie Kondome und Gleitmittel sonst zusammenpassen, steht im Ratgeber Kondome und Gleitmittel.
Eine Sonderform sind die Gleitöl-Kugeln, kleine Kapseln, die mit Öl gefüllt sind. Auch für sie gilt, was für jedes Öl gilt.
Gehört Massageöl in die Vagina?
Besser nicht, ausser der Hersteller gibt ein Produkt ausdrücklich auch als Gleitmittel an. Eine Beobachtungsstudie aus den USA mit 141 Frauen fand, dass Frauen, die Öle in die Vagina einbrachten, häufiger Hefepilze hatten (Brown u. a., 2013). Die Studie zeigt einen Zusammenhang, keinen Beweis für eine Ursache. Für Sex ohne Kondom und für die Vagina ist ein Gleitgel auf Wasserbasis die unkompliziertere Wahl. Einige Artikel sind als 2-in-1 für Massage und Gleiten angeschrieben. Lies bei ihnen nach, auf welcher Basis sie sind.
Massageöl und Toys
Kommt nach der Massage ein Toy dazu, gilt beim Gleitmittel dasselbe wie beim Kondom. Wasserbasis passt zu jedem Toy, schreibt Planned Parenthood, eine Gesundheitsorganisation in den USA. Öl ist bei Toys aus weichem PVC keine gute Idee. In einer Untersuchung der dänischen Umweltbehörde von 2006 löste ölhaltiges Gleitmittel deutlich mehr Weichmacher aus dem Material als eines auf Wasserbasis. Wasch dir also auch hier die Hände, bevor das Toy ins Spiel kommt, und nimm ein passendes Gleitgel. Welches Material dein Toy hat, erklärt der Ratgeber Sextoy-Materialien.
Duft und Haut
Viele Massageöle sind parfümiert, manche enthalten ätherische Öle. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schreibt, dass fast alle ätherischen Öle nur stark verdünnt auf die Haut sollten, weil sie sonst reizen können, und dass Allergien möglich sind. Duftstoffe einschliesslich ätherischer Öle gehören zu den häufigen Auslösern von Kontaktallergien in Kosmetik, so das Allergiezentrum Schweiz aha!, und eine Allergie entsteht oft erst nach wiederholtem Kontakt.
Das BfR empfiehlt vor der Anwendung eine Probe an einer kleinen Hautstelle. Für ein neues Massageöl heisst das, ein paar Tropfen in die Armbeuge, und wenn am nächsten Tag nichts gerötet ist, steht dem Abend nichts im Weg. Zitrusöle können zusammen mit Sonnenlicht die Haut reizen, schreibt das BfR, eine Massage am Abend ist also die bessere Zeit dafür. Welche Stoffe ein Öl enthält, steht beim Artikel, soweit der Lieferant sie nennt. Ein Beispiel, bei dem sich der Blick lohnt, ist Teebaumöl. Es kann Allergien auslösen, schreibt die Verbraucherzentrale, und das BfR rät, es nur verdünnt zu verwenden.
Was ist mit «erregendem» Massageöl?
Gemeint sind meist Öle mit Wärmeeffekt, die sich auf der Haut warm anfühlen, oder solche mit Geschmack für den Mund. Wie deutlich ein Wärmeeffekt ausfällt, beschreibt jeder Lieferant anders, gemessen haben wir ihn nicht. Eine Wirkung auf die Lust versprechen wir mit keinem Öl. Die Auswahl steht unter Massageöle mit Wärmeeffekt.
Probier ein wärmendes Öl zuerst auf einer kleinen Hautstelle, bevor es auf empfindliche Haut kommt. Auf Schleimhäute gehört es nur, wenn der Hersteller das ausdrücklich erlaubt. Ob ein Öl mit Geschmack auch in den Mund darf, steht im Artikeltext, wenn es angegeben ist. Steht dazu nichts, bleib beim Duft.
So wird die Massage entspannt
Wärme ist das halbe Vergnügen. Ein warmer Raum, warme Hände und ein Öl, das nicht kalt auf die Haut tropft. Stell die Flasche vorher ein paar Minuten in ein Gefäss mit warmem Wasser oder wärm das Öl zwischen den Handflächen an, bevor es auf den Rücken kommt.
Fang mit langen, ruhigen Strichen an, mit der ganzen Handfläche statt mit den Fingerspitzen. Über den Rücken von unten nach oben, dann seitlich wieder hinab. Frag nach, was sich gut anfühlt, mehr Druck oder weniger, und hör auf die Antwort. Nach ein paar Minuten tauscht ihr, oder eine Person bekommt heute alles und die andere nächstes Mal.
Flecken im Bett
Öl kann Bettwäsche und Kleidung beflecken, das schrieb auch die Stiftung Warentest. Ein altes Badetuch unter dem Körper schont das Laken, und frische Ölflecken gehen mit heissem Wasser und Waschmittel meist wieder heraus.
Zum Ausprobieren
Kleine Flaschen eignen sich, um herauszufinden, welche Konsistenz und welcher Duft euch gefallen. Massageöle gibt es unter anderem von Shunga, Kamasutra, Swede und Bijoux Indiscrets. Wenn ihr die Massage mit einem Toy verbinden möchtet, stehen Ideen im Ratgeber Sextoys für Paare.
