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Dessous: Grössen und Passform

Veröffentlicht am · Zuletzt geprüft am · So arbeiten wir

Bei Dessous entscheidet die Passform fast alles. Ein Body, der einschneidet, oder ein Babydoll, das an den falschen Stellen spannt, fühlt sich nicht verführerisch an, egal wie schön es auf dem Foto aussieht. Online kommt dazu, dass du nichts anprobieren kannst und jede Marke etwas anders schneidet. Mit einem Massband und fünf Minuten Zeit lässt sich das meiste davon vermeiden.

Warum fällt jede Marke anders aus?

Weil eine Grösse wie M keine feste Zahl ist. Die europäische Norm EN 13402 beschreibt Grössen anhand von Körpermassen in Zentimetern, nicht anhand der Masse eines Kleidungsstücks. Ihr dritter Teil enthält Beispieltabellen, die ausdrücklich nur informativ sind. Jedes Land und jede Firma darf die Körpermasse nach eigenen Bedürfnissen kombinieren, so steht es in der Norm. Eine Buchstabengrösse wie S, M oder L beruht dort auf einem Haupt- und einem Nebenmass, welche Zentimeter dahinterstehen, legt aber der Hersteller fest.

Die Stiftung Warentest hält für BHs ganz knapp fest, dass sie unterschiedlich ausfallen. Für Dessous gilt dasselbe. Darum lohnt sich ein Blick in die Grössenangabe beim Artikel, wenn der Lieferant Zentimeter nennt, statt einfach die Grösse zu bestellen, die sonst passt.

Was steht auf dem Etikett?

Die Norm sieht für Etiketten ein Piktogramm vor, auf dem die Körpermasse stehen, für die ein Teil gedacht ist. Bei einer Zahlengrösse steht das Hauptmass an erster Stelle, bei Erwachsenen folgt die Körpergrösse. Die Buchstabengrössen reichen in den Beispielen der Norm von S bis 3XL und dürfen darüber hinaus erweitert werden. Masse des Kleidungsstücks selbst, also wie weit ein Body tatsächlich ist, enthält die Norm nicht.

Bei den Dessous im Sortiment steht meist nur eine Buchstabengrösse oder eine Doppelgrösse wie S/M oder L/XL. Bei uns übernimmt der Artikeltext, was der Lieferant angibt. Nennt er eine Grössentabelle in Zentimetern, hast du alles, was du brauchst. Nennt er keine, bleibt dir der Vergleich mit einem Teil, das dir gut passt.

Welche Masse brauchst du?

Für die meisten Dessous vier, gemessen am Körper und in Unterwäsche oder ohne Kleidung.

Den Brustumfang misst du an der vollsten Stelle der Brust, locker und ohne zu ziehen. Den Unterbrustumfang direkt unter der Brust, dort, wo das Band eines BHs sitzt. Die Stiftung Warentest rät, dabei auszuatmen. Den Taillenumfang misst du an der schmalsten Stelle des Oberkörpers, den Hüftumfang an der breitesten Stelle über dem Po.

Halte das Massband dabei waagrecht und eng am Körper, aber ohne einzuschnüren. Ein Spiegel hilft, am einfachsten geht es zu zweit. Schreib dir die Zahlen auf, dann musst du nicht bei jeder Bestellung neu messen. Miss nach ein paar Monaten wieder, Körper verändern sich.

Wie bestimmst du die Cupgrösse?

Aus der Differenz zwischen Brust- und Unterbrustumfang. So definiert es die Norm EN 13402, und so erklärt es auch die Stiftung Warentest. Ihr Beispiel ist ein Brustumfang von 95 Zentimetern und ein Unterbrustumfang von 80. Die Differenz von 15 Zentimetern ergibt die Grösse 80 B. Die Zahl vorne ist also der gerundete Unterbrustumfang, der Buchstabe steht für die Differenz.

Bei Dessous ohne festen Cup, etwa einem Body aus Spitze oder einem Babydoll, steht statt einer BH-Grösse meist eine Buchstabengrösse. Dann helfen Brustumfang und Unterbrustumfang trotzdem, weil du sie mit einer Grössentabelle vergleichen kannst, wenn der Lieferant eine angibt.

Was bedeuten S/M und L/XL?

Viele Dessous werden in Doppelgrössen verkauft. Ein Teil in S/M soll also zwei Grössen abdecken. Das macht die Wahl einfacher, aber nicht genauer. Liegst du zwischen zwei Doppelgrössen, vergleich deine Masse mit der Tabelle im Artikeltext, wenn es eine gibt. Für Teile der unteren Körperhälfte nennt die Norm EN 13402 den Hüftumfang als Hauptmass, für einen Slip ist er also die wichtigste Zahl.

Einige Teile sind als Einheitsgrösse angeschrieben. Hier lohnt es sich besonders, im Artikeltext nach Zentimeterangaben zu suchen. Steht keine, ist die Einheitsgrösse ein Versprechen des Herstellers, das nicht für jeden Körper gilt. Bei sehr kleinen oder sehr grossen Massen ist dann Vorsicht angebracht, weil du nicht weisst, für welchen Bereich das Teil gedacht ist.

Passform beim Anprobieren prüfen

Ein Teil, das gut sitzt, schneidet nirgends ein, und die Träger halten, ohne tiefe Abdrücke zu hinterlassen. Ob das so ist, merkst du allerdings erst beim Anziehen, und das hat bei einer Bestellung Folgen.

Ob und wie ein Teil zurückgehen kann, hängt nämlich vom Lieferland ab. In der Schweiz nehmen wir ungeöffnete Ware innert 14 Tagen zurück, und zwar die ganze Bestellung. Ein Teil, das du ausgepackt und anprobiert hast, gehört nicht mehr dazu. Miss darum lieber einmal mehr, bevor du bestellst. In der EU und in Liechtenstein gilt das gesetzliche Widerrufsrecht. Die Einzelheiten stehen unter Rücksendung.

Dessous als Geschenk

Hier liegt die grösste Falle. Wer Dessous verschenkt, kennt die Grösse oft nur ungefähr, und eine falsche Grösse ist schnell eine kleine Enttäuschung. Wenn du die Masse nicht kennst, wähl etwas, bei dem die Grösse weniger ausmacht, etwa ein weit geschnittenes Negligé. Ein Blick auf ein Teil, das gut passt, oder ein beiläufiges Gespräch über Lieblingsstücke hilft mehr als jede Schätzung. Mehr zum Schenken steht im Ratgeber Ein Sextoy diskret verschenken.

Pflege

Spitze, Tüll und feine Netze sind empfindlich. Was der Hersteller empfiehlt, steht auf dem Etikett im Teil, und daran hältst du dich am besten. Ein Wäschesack in der Maschine verhindert, dass sich Häkchen in der Spitze verfangen.

Im Sortiment

Unter Damenwäsche findest du Bodys und Teddys, Babydolls und Wäsche-Sets, unter anderem von Subblime, Penthouse und Passion. Die Herrenwäsche umfasst Boxershorts, Slips und mehr, etwa von Anais Men und Locker Gear. Für Slips und Boxershorts zählt nach der Norm vor allem die Hüfte. Miss sie, bevor du bestellst.

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Quellen

  1. DIN EN 13402-3 (DIN Media), dinmedia.de
  2. EN 13402-3:2017, Leseprobe, cdn.standards.iteh.ai
  3. Stiftung Warentest, Sport-BHs im Test, test.de

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