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Fernbedienung oder App: Toys, die jemand anderes steuert

Veröffentlicht am · Zuletzt geprüft am · So arbeiten wir

Bei einem Toy mit Fernbedienung liegen die Knöpfe nicht mehr am Toy. Du kannst sie selbst halten, ohne hinzugreifen, oder sie jemand anderem geben. Das Spiel mit der Kontrolle ist für viele der eigentliche Reiz. Technisch gibt es zwei Wege, eine Funkfernbedienung oder eine App auf dem Handy, und die unterscheiden sich mehr, als es scheint. Die Auswahl steht unter Vibratoren mit Fernbedienung und Sextoys mit App.

Was ist der Unterschied zwischen Fernbedienung und App?

Eine Funkfernbedienung ist ein kleines Gerät, das direkt mit dem Toy verbunden ist. Sie braucht kein Handy, kein Konto und kein Internet, wirkt aber nur in der Nähe. Bei einem Teil der Modelle steckt sie in einer Armbanduhr, im Titel steht dann «WatchMe». Eine App läuft auf dem Handy und verbindet sich mit dem Toy. Manche Apps lassen eine zweite Person über das Internet mitsteuern, auch aus einer anderen Stadt. Dann laufen die Befehle über das Internet, oft mit einem Konto beim Hersteller. Ob ein Modell das kann, steht in seiner Beschreibung. Bei uns kommen App-Toys unter anderem von We-Vibe, LELO, Kiiroo und Satisfyer.

Wie weit reicht eine Fernbedienung?

Die meisten Lieferantentexte nennen keine Reichweite. Wo eine steht, liegt sie zwischen 5 und 20 Metern, am häufigsten bei 10, oft mit «bis zu» davor. Ob Wände dazwischen sein dürfen, sagt die Angabe nicht. Für das Zimmer nebenan kann es reichen, für eine Fernbeziehung nicht. Probier die Reichweite zu Hause aus, durch eine geschlossene Tür und über ein Stockwerk, bevor ihr euch draussen darauf verlasst.

Was kann eine App über mich speichern?

Mehr, als man von einem Vibrator erwartet. Das bekannteste Beispiel betrifft We-Vibe. Laut einer Sammelklage in den USA übertrug die App We-Connect Zeitpunkt und Datum der Nutzung, die gewählte Intensität und das Muster, die Temperatur des Geräts und die Mailadresse an die Server des Herstellers Standard Innovation. Die Firma bestritt ein Fehlverhalten und schloss 2017 einen Vergleich über 5 Millionen Dollar. Sie sagte zu, einen grossen Teil der Daten zu löschen, keine Mailadressen mehr zu sammeln und ihre Datenschutzerklärung klarer zu fassen (Canadian Press, 2017).

In der Schweiz gelten Daten über die Intimsphäre nach dem Datenschutzgesetz als besonders schützenswert (Art. 5 Bst. c DSG). Das sagt nichts darüber, wie eine bestimmte App sie behandelt. Es zeigt aber, wie heikel solche Angaben sind. Das Gesetz gibt dir ausserdem das Recht, bei einer Firma Auskunft zu verlangen, welche Daten sie über dich bearbeitet (Art. 25 DSG).

Welche Fragen stellst du dem Hersteller?

Mozilla prüfte 2019 für einen Ratgeber zum Valentinstag 18 vernetzte Produkte, darunter mehrere Vibratoren. Massstab waren fünf Mindeststandards, die Mozilla mit Consumers International und der Internet Society entwickelt hatte. Neun der 18 Produkte erfüllten sie. Der Lioness-Vibrator bestand, weil seine Verbindung verschlüsselt ist und er automatisch Sicherheitsupdates bekommt. Der Nuo von Je Joue fiel durch, weil er gar keine Datenschutzerklärung hatte. Die Prüfung ist ein paar Jahre alt, als Fragen taugen die Punkte weiterhin:

  • Ist die Verbindung zwischen Toy, App und Server verschlüsselt?
  • Bekommt die App automatisch Sicherheitsupdates?
  • Verlangt das Konto ein starkes Passwort?
  • Gibt es einen Weg, Sicherheitslücken zu melden, und behebt der Hersteller sie?
  • Gibt es eine Datenschutzerklärung, die du verstehst?

Ausserdem lohnt ein Blick in die Berechtigungen der App. Braucht sie Standort, Kontakte oder Mikrofon, frag dich, wofür. Wer keine Daten aus der Hand geben will, nimmt ein Toy mit Funkfernbedienung.

Kann jemand Fremdes mein Toy steuern?

Bei vernetzten Toys ist das nicht ausgeschlossen. Beim We-Vibe Sync bemängelte Mozilla 2019, dass sich das Toy mit gefälschten Anfragen angreifen liess. Ob ein Fehler inzwischen behoben ist, weiss nur der Hersteller. Was du selbst tun kannst, ergibt sich aus den Mindeststandards oben: Installier Updates der App und des Toys, sobald sie kommen, lade die App nur aus dem offiziellen Store und gib dem Konto ein eigenes, starkes Passwort. Teilst du die Steuerung über einen Link, teile ihn nur mit der Person, die steuern soll, und beende die Sitzung danach.

Akku, Batterie und Fernbedienung

Akku und Batterie nennen die Texte bei den ferngesteuerten Vibratoren etwa gleich oft. Prüf beim Artikel, womit das Toy läuft und ob die Fernbedienung eigene Batterien braucht, sonst fehlt beim ersten Mal ausgerechnet die Knopfzelle. Trägst du ein Toy unterwegs, lad es vorher ganz auf. Wie du einen Akku schonst und was IPX7 heisst, steht im Ratgeber Akku, Laden und Wasserschutz.

Welche Toys gibt es mit Fernbedienung?

Viele sind Vibro-Eier zum Einführen, dazu kommen Auflegemodelle für den Slip, Rabbits und Paarvibratoren. Fernbedienungen gibt es auch bei Analplugs, bei Vibrationsringen und bei Vibro-Eiern. Für einen Plug gilt dasselbe wie für jedes Analtoy: Er braucht einen breiten Fuss, und reichlich Gleitmittel gehört dazu. Wie tief ein Vibro-Ei sitzen soll, steht in der Anleitung des Herstellers.

Kann man ein ferngesteuertes Toy unterwegs tragen?

Technisch ja, wenn die Reichweite passt. Wichtiger ist die Absprache. Wer die Knöpfe hat, muss wissen, wann Schluss ist, und die Person mit dem Toy braucht ein Zeichen, das auch in einem Restaurant funktioniert, ein Wort, ein Blick oder eine Nachricht aufs Handy, vorher abgemacht. Unbeteiligte gehören nicht ins Spiel. Wie ihr Wünsche und Grenzen besprecht, steht in den Ratgebern Sextoys für Paare und Erotische Spiele für Paare.

Reinigen

Wie bei jedem Toy vor und nach dem Gebrauch, mit warmem Wasser und milder Seife. Unter fliessendes Wasser kommt ein Toy mit Akku nur, wenn der Hersteller es für dieses Modell erlaubt. Die Fernbedienung bleibt trocken. Mehr dazu im Ratgeber Sextoys reinigen und aufbewahren.

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Quellen

  1. Does Your Sex Toy Use Encryption?, Mozilla, abgerufen am
  2. Ottawa sex toy maker settles US intimate data lawsuit for $5M, The Canadian Press, Ottawa Business Journal, abgerufen am
  3. Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG, SR 235.1), Fedlex, Schweizerische Bundeskanzlei, abgerufen am
  4. Hygiene, LOVE LIFE, Bundesamt für Gesundheit (BAG), abgerufen am

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