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Erotische Spiele für Paare: Würfel, Karten und Brettspiele

Veröffentlicht am · Zuletzt geprüft am · So arbeiten wir

Ein Würfel mit «küssen» auf der einen Seite, ein zweiter mit «Hals», dazu ein Stapel Karten und ein Spielbrett mit Feldern, die nach oben hin mutiger werden. Erotische Spiele nehmen euch eine Entscheidung ab, nämlich wer als Nächstes etwas vorschlägt. Das macht vieles leichter, gerade wenn ihr sonst eher selten über Sex redet. Es hat aber eine Kehrseite. Eine Karte weiss nichts über euch. Sie fragt nicht, ob etwas heute passt, und sie kennt eure Grenzen nicht. Diesen Teil übernehmt ihr selbst, am besten bevor die erste Karte aufgedeckt wird.

Für diesen Ratgeber haben wir alle 159 Artikel unserer Kategorie Erotische Spiele durchgesehen und dabei auch geprüft, in welcher Sprache die Anleitungen laut Lieferant geschrieben sind. Das Ergebnis ist ernüchternder, als man es bei einem Laden für die Schweiz erwarten würde, und es gehört zur Auswahl genauso dazu wie der Preis.

Würfel, Karten und Brettspiele im Vergleich

Die drei Spielarten funktionieren verschieden. Würfel kombinieren zufällig, meist eine Handlung mit einer Körperstelle oder eine Stellung mit einer Dauer. Kartenspiele geben ganze Aufgaben oder Fragen vor und lassen sich vorher sortieren. Brettspiele bauen oft Stufen ein, vom harmlosen Anfang bis zu Feldern, die mehr verlangen. Entsprechend verschieden sind die Preise.

Erotische Spiele bei uns nach Spielart. Preise in CHF inkl. 8,1 % MwSt, wie im Laden angeschrieben, Stand 12.10.2026.
SpielartArtikelMedianMittlere HälfteDeutsch genannt
Würfelspiele434.904.90 bis 9.903
Kartenspiele5112.909.90 bis 15.9011
Brettspiele3120.9014.90 bis 22.408
Spiele für Paare (Gutscheine, Rubbellose, Challenges)308.904.90 bis 10.656

Der Median ist der Preis in der Mitte. Die Hälfte der Spiele kostet weniger, die andere Hälfte mehr. In der mittleren Hälfte liegen die Artikel zwischen dem günstigsten und dem teuersten Viertel. Ein Würfel kostet also meist so viel wie ein Kaffee mit Gipfeli, ein Brettspiel mit Figuren und Karten um die 20 Franken. Vier weitere Artikel stehen bei den Spielen fürs Vorspiel und bei den Partyspielen. Der teuerste Artikel der ganzen Kategorie kostet 168.90 Franken und ist ein Verkaufsdisplay voller Rubbelkarten. Für einen Abend zu zweit braucht das niemand.

Was der Zufall entscheidet und was ihr

Beim Würfel entscheidet fast alles der Zufall. Das ist sein Reiz und zugleich sein Haken. Zwei Würfel mit je sechs Seiten ergeben 36 Kombinationen, und ihr könnt jede einzelne vorher sehen. Schaut euch deshalb alle Seiten an, bevor ihr spielt. Gefällt einer von euch eine Seite nicht, gilt sie als «nochmal würfeln». Das ist eure Hausregel, keine des Herstellers, und genau so soll es sein.

Karten lassen mehr Kontrolle zu. Ihr könnt den Stapel gemeinsam durchgehen und alles beiseitelegen, was für eine Person nicht passt. Das dauert bei 50 Karten vielleicht eine Viertelstunde und ist oft schon das halbe Vorspiel. Brettspiele sind am stärksten durchgeplant. Bei «Tower of Sex» von Secretplay etwa zieht ihr Holzklötze aus einem Turm, auf jedem steht eine Aufgabe, und wer den Turm umwirft, verliert. «Kinky or Vanilla» führt mit 90 Karten über ein Brett und will am Ende zeigen, ob eure Vorlieben eher ruhig oder eher experimentierfreudig sind. Solche Spiele steigern sich mit Absicht. Wer das nicht mag, legt fest, bis zu welchem Feld gespielt wird.

Wie steckt ihr vorher Grenzen ab?

Indem ihr vor dem Spiel redet und nicht währenddessen. Klärt, was auf keinen Fall vorkommen soll, was vielleicht geht und wie jemand aussteigt, ohne sich erklären zu müssen. Eine Karte, die etwas verlangt, ist keine Zustimmung. Sie ist ein Vorschlag.

Planned Parenthood, eine Gesundheitsorganisation in den USA, fasst Zustimmung in fünf Punkten zusammen. Zwei davon passen besonders gut zu Spielen. Zustimmung ist umkehrbar, man darf es sich jederzeit anders überlegen, auch mitten drin und auch dann, wenn man dasselbe schon einmal gemacht hat. Und sie ist konkret, ein Ja zu einer Sache ist kein Ja zur nächsten. Wer also Lust auf eine Massage hat, hat damit noch nicht der Karte zugestimmt, die danach kommt.

Hilfreich ist eine Liste mit «Ja», «Nein» und «Vielleicht». Die gemeinnützige Aufklärungsseite Scarleteen bietet eine ausführliche Vorlage dafür an und weist darauf hin, dass sich die Antworten mit der Zeit ändern dürfen. Was heute ein Nein ist, kann später ein Vielleicht werden, und umgekehrt. Ihr füllt die Liste getrennt aus und vergleicht danach. Alles, was bei einer Person auf Nein steht, fliegt aus dem Spiel. Was auf Vielleicht steht, spielt ihr erst, wenn beide es ausdrücklich wollen. Wie ihr über Vorlieben sprecht, die über ein Spiel hinausgehen, steht im Ratgeber Fetisch und Kink verständlich erklärt.

Vereinbart ausserdem ein Zeichen für «Pause» und eines für «Stopp». Bei Spielen mit Fesseln oder Augenbinde gehört ein Codewort dazu, das sonst nie fällt. Mehr dazu steht im Ratgeber BDSM sicher beginnen.

Welches Spiel eignet sich für den Einstieg?

Eines, das ihr komplett vorher anschauen könnt und das wenig verlangt. Für viele ist das ein Spiel rund um Massage, Küsse oder Fragen, bevor es um Stellungen geht. Würfel mit Stellungen sind günstig und schnell erklärt, aber sie springen direkt zum Sex. Kartenspiele mit Fragen beginnen oft beim Reden, und das ist für den Anfang meist entspannter.

Gutscheine sind ein Sonderfall. Ihr verschenkt damit etwas, das die andere Person später einlösen darf. Achtet darauf, dass ein Gutschein ein Angebot bleibt und kein Schuldschein wird. Ein leerer Block, auf den ihr eure eigenen Gutscheine schreibt, erfüllt denselben Zweck und passt garantiert zu euch. Wer lieber mit Öl und Händen anfängt, findet im Ratgeber Massageöl und Massage zu zweit den passenden Einstieg.

Eine Eigenheit haben die «Challenges» über 30 Tage. Sie steigern sich laut Lieferant von Tag zu Tag. Die Bondage-Ausgabe von Secretplay nennt im Lieferantentext selbst ein paar Grundregeln, etwa vorher die Grenzen jeder Person zu besprechen, ein Sicherheitswort zu wählen, nie etwas um den Hals zu binden und eine Schere mit runder Spitze bereitzulegen. Diese Ausgabe gibt es bei uns allerdings nur auf Spanisch und Englisch oder auf Französisch und Portugiesisch.

Wie erkennst du, in welcher Sprache die Anleitung ist?

Am Titel und an der Beschreibung. Viele Titel tragen Kürzel wie «ES/EN» oder «ES/EN/FR/DE/IT/PT/NL». DE steht für Deutsch, bei Kheper Games heisst es manchmal auch «GER». Fehlt DE im Titel, lies die Beschreibung bis zum Schluss. Dort steht oft eine Zeile wie «Sprachen: Spanisch und Englisch» oder «Die Regeln gibt es in Englisch, Spanisch, Französisch, Deutsch».

Manche Spiele gibt es in zwei Ausgaben, die sonst gleich sind. Die «30 romantischen Herausforderungen» etwa stehen einmal als «ES/EN» und einmal als «FR/PT» im Laden. Nimm dann die Ausgabe, deren Sprache ihr beide lest. Steht gar keine Sprache da, rechne nicht mit Deutsch. Bei Würfeln mit Bildern statt Wörtern spielt die Sprache eine kleinere Rolle, das zeigt meist das Produktfoto. Bei Karten mit Aufgaben und Fragen ist sie dagegen alles.

Passen Trinkspiele und erotische Aufgaben zusammen?

Nur mit Vorsicht. Vier Spiele in der Kategorie sind Trinkspiele, eines davon ein Roulette mit vier Schnapsgläsern. Planned Parenthood schreibt, dass Menschen, die betrunken oder high sind, keine Zustimmung geben können. Ein Abend, an dem jede Runde ein Glas mehr bedeutet, arbeitet also gegen das, worauf es bei erotischen Aufgaben ankommt.

Wer so ein Spiel trotzdem mag, füllt die Gläser mit etwas ohne Alkohol oder trennt die beiden Teile. Erst wird getrunken und gelacht, später, mit klarem Kopf, kommen die Karten. Bei einem Partyspiel mit mehreren Leuten gilt das umso mehr, weil dort niemand vor anderen einen Rückzieher machen will.

Gibt es Spiele für gleichgeschlechtliche Paare?

Ja, neun Artikel richten sich ausdrücklich an schwule oder lesbische Paare. Darunter sind Kartenspiele von Kheper Games in einer schwulen und einer lesbischen Ausgabe, beide laut Titel auf Spanisch und Deutsch, Rubbelspiele von Secretplay mit Stellungen für schwule und für lesbische Paare und ein Spiel der Marke Pride. Viele andere Spiele sind neutral formuliert. Bei einem Brettspiel von Kheper Games betont der Lieferant, dass die Fragen geschlechtsneutral sind und das Spiel darum für jedes Paar funktioniert.

Umgekehrt setzen manche Würfel und Karten ein bestimmtes Paar voraus, oft ein heterosexuelles. Ein Blick auf die Produktfotos zeigt, ob ein Spiel zu euren Körpern passt.

Was tun, wenn eine Karte etwas verlangt, das du nicht willst?

Sag Nein, und das Spiel geht mit der nächsten Karte weiter. Mehr braucht es nicht. Ein Nein beendet nicht den Abend und ist kein Spielverlust, ausser ihr habt das vorher ausdrücklich so vereinbart. Hilfreich ist ein Joker, den jede Person zwei- oder dreimal ziehen darf, ohne etwas zu erklären.

Wichtig ist auch die andere Richtung. Wer die Karte vorliest, fragt nach, statt einfach loszulegen. «Willst du das?» klingt in dem Moment vielleicht unromantisch. Es fühlt sich aber für beide besser an als ein Ja, das eigentlich keines war.

Typische Fehler

Der häufigste ist, ein Spiel als versteckte Botschaft zu benutzen. Wer eine Karte mit einer heimlichen Fantasie ins Spiel schmuggelt, hofft auf ein Ja, ohne fragen zu müssen. Sagt es lieber direkt. Ein Spiel kann so ein Gespräch begleiten, ersetzen kann es es nicht.

  • Den Stapel nicht vorher anschauen und dann mitten im Spiel aussortieren müssen.
  • Die Sprache nicht prüfen und mit Karten auf Portugiesisch am Tisch sitzen.
  • Ein Spiel mit festen Stufen bis zum Ende durchziehen, obwohl die Stimmung längst eine andere ist.
  • Ein Würfelspiel mit Stellungen verschenken, ohne vorher zu wissen, ob die andere Person das überhaupt mag.

Soll das Spiel eine Überraschung werden, findet ihr Tipps im Ratgeber Ein Sextoy diskret verschenken. Und wenn aus dem Spiel Lust auf ein Toy zu zweit entsteht, lest weiter unter Sextoys für Paare.

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Quellen

  1. Sexuelle Zustimmung, Planned Parenthood Federation of America, abgerufen am
  2. Yes, No, Maybe So: Checkliste, Scarleteen, abgerufen am

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