Wer zum ersten Mal durch die Vibratoren scrollt, sieht vor allem Formen und Farben. Die Namen helfen wenig, denn «Rabbit», «Bullet» oder «Wand» sagen nur etwas, wenn man sie schon kennt. Dabei lassen sich fast alle Vibratoren nach einer einfachen Frage sortieren. Wo soll die Vibration ankommen? Aussen auf der Haut, innen oder an beiden Stellen zugleich. Daraus ergibt sich die Bauform, und erst danach kommen Details wie Akku, App oder Wasserschutz.
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Vibratoren sind an kein Geschlecht gebunden. Planned Parenthood, eine Gesundheitsorganisation in den USA, nennt neben Vulva und Vagina auch Penis, Hoden, Brustwarzen und Anus als Stellen, an denen Menschen sie benutzen. Verbreitet sind sie ebenfalls. In einer repräsentativen Befragung aus den USA hatte gut die Hälfte der Frauen zwischen 18 und 60 schon einmal einen Vibrator benutzt (Herbenick u. a., 2009). Bei Männern derselben Altersgruppe hatten knapp 45 % schon einen Vibrator beim Sex oder allein benutzt (Reece u. a., 2009). Das sind Zahlen aus einem anderen Land, aber sie zeigen, dass du mit der Frage nach dem passenden Modell in guter Gesellschaft bist.
Vibratoren für aussen
Die einfachste Form liegt aussen auf, meistens an der Klitoris, aber auch an Brustwarzen, Hoden oder am Damm. Sie wird nicht eingeführt, und du bestimmst Druck und Stelle mit der Hand. Für viele ist das der unkomplizierteste Einstieg.
Am kleinsten sind die runden Bullet-Vibratoren. Sie finden in jeder Nachttischschublade Platz. Etwas grösser und oft flach geformt sind die Auflegevibratoren, die gut in der Hand liegen. Unter Mini-Vibratoren findest du kleine Modelle verschiedener Form. Wie klein «mini» wirklich ist, verraten die Masse beim Artikel zuverlässiger als das Wort.
Am anderen Ende stehen die Massagestäbe, im Englischen «Wand». Sie haben einen langen Griff und einen runden Kopf, der grossflächig vibriert. Wer es eher punktgenau mag, ist mit einem kleinen Auflegevibrator meist besser bedient.
Eine Sonderform sind die Fingervibratoren. Sie werden über einen Finger gestreift oder zwischen zwei Finger geklemmt, und die Vibration folgt der Hand. Beim Sex zu zweit kann das praktisch sein, weil die Hand frei beweglich bleibt.
Und was ist mit Druckwellen?
Druckwellen-Stimulatoren gehören technisch nicht zu den Vibratoren, liegen aber oft gleich daneben. Sie setzen eine kleine Öffnung über die Klitoris und arbeiten mit wechselndem Luftdruck. Womanizer beschreibt seine Technik als «berührungslose Klitoris Stimulation». Manche Modelle kombinieren Luft und Vibration. Die Unterschiede erklärt der Ratgeber Druckwellen-Stimulatoren erklärt.
Vibratoren für innen
Ein Vibrator zum Einführen hat einen Schaft. Die klassische Form ist gerade oder leicht geschwungen, du findest sie unter Klassische Vibratoren. Wer es naturgetreu mag, schaut bei den realistischen Vibratoren, die einem Penis nachgebildet sind.
Ein G-Punkt-Vibrator ist vorne gebogen. Eine leicht gebogene Form soll den G-Punkt oder die Prostata erreichen, so beschreibt es Planned Parenthood. Ob und wie sich das für dich gut anfühlt, ist sehr individuell. Die Krümmung ist kein Versprechen, sondern ein Angebot an den Winkel.
Einige Modelle drehen sich zusätzlich oder bewegen Kugeln im Schaft. Sie stehen unter Rotierende Vibratoren. Ob das angenehm ist, merkst du nur beim Ausprobieren. Den einen gefällt die Bewegung, anderen ist sie zu unruhig.
Bei allem, was eingeführt wird, zählen Länge und Durchmesser. Beim Artikel stehen sie, soweit der Lieferant sie angibt. Ein Tipp aus der Praxis ist ein Vergleich mit etwas, das du schon kennst, etwa einem Toy, das du hast, oder einem Lineal auf dem Tisch. Ein Durchmesser von vier Zentimetern wirkt auf dem Bildschirm schnell kleiner, als er in der Hand ist.
Innen und aussen zugleich
Ein Rabbit verbindet beides. Neben dem Schaft sitzt ein kürzerer Arm, der aussen an der Klitoris anliegt, und seine Form erinnert an Hasenohren. Der Vorteil liegt auf der Hand, du musst nichts zusätzlich halten. Der Nachteil ist der feste Abstand zwischen Schaft und Arm. Er passt nicht zu jedem Körper gleich gut, und wenn der Arm zu weit oben oder unten liegt, lässt sich wenig ändern. Bei manchen Rabbits lassen sich Schaft und Arm getrennt steuern. Ob das bei einem Modell so ist, steht im Artikeltext.
Ähnlich gedacht, aber für den Sex zu zweit gebaut, sind die Paarvibratoren. Im Sortiment sind sie selten. Getragen werden sie so, dass beim Sex ein Teil innen und ein Teil aussen anliegt. Mehr dazu steht im Ratgeber Sextoys für Paare.
Fernbedienung, App und andere Steuerungen
Die meisten Vibratoren bedienst du mit Knöpfen am Gerät. Bei den Vibratoren mit Fernbedienung liegt eine kleine Funkfernbedienung bei. Das ist praktisch, wenn jemand anderes die Steuerung übernehmen soll, im selben Raum oder ein paar Meter weiter. Die Reichweite nennen viele Lieferantentexte gar nicht.
Bei den Sextoys mit App läuft die Steuerung über das Smartphone. Manche lassen sich über das Internet auch aus der Ferne bedienen, was für Fernbeziehungen interessant ist. Hier lohnt ein Blick in die Datenschutzerklärung der App. Die Mozilla Foundation hat 2019 vernetzte Intim-Geräte geprüft und dabei auf Verschlüsselung, Sicherheitsupdates, starke Passwörter, den Umgang mit Schwachstellen und eine verständliche Datenschutzerklärung geachtet. Diese Punkte taugen gut als Fragen an einen Hersteller.
Akku, Batterie und Wasser
Womit ein Vibrator läuft, steht im Artikeltext. Ein Akku spart den Batteriekauf und lädt meist über ein Kabel. Batterien haben den Vorteil, dass du sie schnell wechseln kannst, wenn mitten im Abend die Energie ausgeht.
Bei Wasser gilt die Angabe des Herstellers zu genau diesem Modell. Wasserdicht ist nicht gleich spritzwassergeschützt, und eine Angabe wie IPX7 bedeutet etwas anderes als IPX4. Was die Stufen heissen, erklärt der Ratgeber Akku, Laden und Wasserschutz. Modelle, die der Lieferant als wasserdicht beschreibt, stehen gesammelt unter Wasserdichte Vibratoren.
Welcher Vibrator für den Anfang?
Einer, der zur Stelle passt, die du reizen willst, und nicht zu viel auf einmal will. Für aussen reicht ein kleiner Auflegevibrator, für innen ein schlanker G-Punkt-Vibrator. Wie du dich zwischen den beiden entscheidest, steht ausführlich im Ratgeber Erster Vibrator.
Ein paar Dinge gelten für jede Bauform. Ein Toy aus 100 % Silikon oder Hartplastik ist nicht porös und darum leichter sauber zu halten, schreibt Planned Parenthood. Gleitmittel auf Wasserbasis passt zu jedem Material. Und gewaschen wird vor und nach jedem Gebrauch, mit warmem Wasser und milder Seife. Wie du Material und Pflege beim Artikel prüfst, erklären die Ratgeber Sextoy-Materialien und Sextoys reinigen und aufbewahren.
Vibratoren findest du unter anderem von LELO, Satisfyer, Fun Factory und Pretty Love. Die Marke sagt aber wenig darüber, welche Bauform zu dir passt. Fang bei der Form an.
