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Was kostet ein gutes Sextoy?

Veröffentlicht am · Zuletzt geprüft am · So arbeiten wir

Wie viel ein gutes Sextoy kostet, hängt weniger an der Marke als an der Bauform. Ein Bullet-Vibrator und ein Rabbit sind beide «Vibratoren», haben aber mit Motor, Akku und Material ganz unterschiedlich viel zu tun. Statt einer Faustregel findest du hier deshalb die Preise unseres eigenen Sortiments, Kategorie für Kategorie, und dazu eine Auswertung, was sich mit dem Preis tatsächlich verändert und was nicht.

Vorweg die Zahl, nach der am häufigsten gefragt wird. Der mittlere Preis aller Sextoys in unserem Laden liegt bei 28.90 Franken. Die Hälfte der rund 3500 Artikel kostet also weniger, die andere mehr. Ein Viertel liegt unter 18.90, ein Viertel über 44.90 Franken.

So haben wir gerechnet

Grundlage sind die Preise, die im Laden für die Schweiz angeschrieben sind, in Franken und mit 8,1 % Mehrwertsteuer, dem Normalsatz laut Eidgenössischer Steuerverwaltung. Gerechnet hat dieselbe Preislogik, die auch Produktseite und Warenkorb verwendet, Stand 12.10.2026. Versandkosten und Rabattcodes sind nicht eingerechnet. Gibt es einen Artikel in mehreren Farben oder Grössen, zählt er einmal, mit seiner günstigsten Ausführung.

Statt Durchschnittswerten nennen wir den Median und die mittlere Hälfte. Der Median ist der Preis in der Mitte, die mittlere Hälfte reicht vom Ende des günstigsten Viertels bis zum Anfang des teuersten. Das hat einen Grund. In unserem Katalog steht ein Vibrator aus 24-karätigem Gold für 14 613.90 Franken. Ein Durchschnitt würde durch solche Einzelstücke verzerrt, der Median nicht.

Preise je Kategorie in CHF inkl. 8,1 % MwSt, je Artikel (Varianten zusammengefasst), Stand 12.10.2026. Der Balken zeigt die mittlere Hälfte der Preise, der Strich den Median.
KategorieMittlere Hälfte der Preise in CHF
Klassische Penisringe155 Artikel8.90 bis 13.40, Median 10.90
Masturbatoren106 Artikel12.90 bis 31.65, Median 18.40
Bullet-Vibratoren80 Artikel17.90 bis 23.90, Median 19.90
Analplugs140 Artikel15.65 bis 30.90, Median 21.90
Mini-Vibratoren89 Artikel13.90 bis 27.90, Median 23.90
Liebeskugeln aus Silikon61 Artikel18.90 bis 31.90, Median 24.90
Penisringe mit Vibration152 Artikel17.90 bis 35.15, Median 26.90
Realistische Dildos288 Artikel20.90 bis 38.90, Median 27.90
Klitoris-Stimulatoren155 Artikel25.90 bis 44.40, Median 33.90
Vibratoren mit Fernbedienung240 Artikel25.90 bis 54.90, Median 36.40
G-Punkt-Vibratoren145 Artikel26.90 bis 45.90, Median 37.90
Rabbit-Vibratoren215 Artikel30.90 bis 56.40, Median 39.90
Druckwellen- und Saugstimulatoren51 Artikel29.90 bis 126.40, Median 48.90
Sextoys mit App53 Artikel42.90 bis 64.90, Median 57.90
Intim-Massagegeräte82 Artikel37.15 bis 96.90, Median 61.90

Die Reihenfolge erzählt schon einiges. Ohne Motor liegt die Mitte jeder Kategorie in der Tabelle unter 30 Franken. Sobald ein Motor dazukommt, steigt sie meist auf 20 bis 40 Franken. Und wo Technik den Unterschied macht, bei Druckwellen, App-Steuerung und grossen Massagegeräten, gehen die Preise weit auseinander. Bei den Druckwellen-Stimulatoren beginnt das teuerste Viertel erst bei 126.40 Franken, obwohl der Median bei 48.90 liegt.

Was ist ein normaler Preis für einen Vibrator?

Das hängt an der Bauform. Ein Bullet kostet bei uns in der Mitte 19.90 Franken, ein G-Punkt-Vibrator 37.90, ein Rabbit 39.90 und ein Toy mit App 57.90. Liegt ein Angebot innerhalb der mittleren Hälfte seiner Kategorie, ist es weder auffällig billig noch auffällig teuer. Welche Bauform zu dir passt, erklärt der Ratgeber Vibrator-Arten im Überblick.

Vorsicht bei Kategorien, in denen Zubehör mitläuft. Unter den Vibratoren stehen auch Ersatzfernbedienungen und Silikonhüllen für bestimmte Modelle. Sie ziehen den unteren Rand nach unten und sind kein Toy für sich.

Woran erkennst du, wofür du mehr bezahlst?

An drei Angaben, die fast jeder Lieferantentext enthält, und an einer vierten, die erst mit dem Preis häufiger wird. Wir haben alle 1882 Artikel mit Motor aus den Kategorien Vibratoren, Stimulatoren, Analvibratoren und Penisringe mit Vibration in vier Preisklassen eingeteilt und gezählt, wie oft der Lieferantentext Akku, Batterie, Wasserschutz und App nennt und wie oft in der Zeile «Material und Sicherheit» Silikon steht.

Toys mit Motor nach Preisklasse in CHF. Anteil der Artikel, deren Lieferantentext die Angabe enthält, Stand 12.10.2026.
Angabe im Textbis 29.90776 Artikel30 bis 59.90798 Artikel60 bis 119.90194 Artikelab 120114 Artikel
Akku34 %73 %86 %79 %
Batterie53 %8 %2 %2 %
Wasserschutz genannt41 %57 %55 %34 %
IPX7, IPX8 oder untertauchbar19 %35 %37 %19 %
Silikon55 %64 %69 %71 %
App1 %7 %14 %14 %

Der klarste Sprung ist der Akku. Unter 30 Franken läuft gut die Hälfte der Toys laut Text mit Batterien, zwischen 30 und 60 Franken sind es noch 8 %. Wer also kein Batteriefach will, landet in den meisten Kategorien bei 30 Franken aufwärts. Beim Material ist der Unterschied viel kleiner, als man denkt. Schon unter 30 Franken nennt mehr als die Hälfte der Artikel Silikon, im teuersten Band sind es 71 %. Eine App gibt es unter 30 Franken praktisch nicht.

Beim Wasserschutz zeigt sich etwas Überraschendes. Er wird in der Mitte am häufigsten genannt und oben wieder seltener. Das heisst nicht, dass teure Toys weniger dicht sind, nur dass ihre Texte es seltener erwähnen. Prüf es darum beim einzelnen Artikel. Gezählt haben wir, was im Text steht, nicht, was ein Toy tatsächlich aushält.

Ist ein günstiges Sextoy schlechter?

Nicht pauschal. Ein Toy für 19.90 Franken aus Silikon mit Batterie kann genau das Richtige sein, etwa als erster Versuch oder für unterwegs. Dass mehr als die Hälfte der Toys unter 30 Franken Silikon nennt, zeigt, dass gutes Material nicht erst im oberen Preisband beginnt.

Worauf du bei günstigen Toys achten solltest, ist die Materialzeile. Planned Parenthood empfiehlt für alles, was in den Körper kommt, nicht poröse Materialien wie 100 % Silikon, Hartplastik, Edelstahl, Aluminium oder bruchfestes Glas, und nennt Silikonmischungen, Jelly, PVC, TPE und TPR als Materialien, die porös sein können. Jelly ist laut einer Untersuchung der dänischen Umweltbehörde weich gemachtes PVC. Ein günstiges Toy aus Hartplastik ist darum kein Kompromiss, eines aus Jelly eher schon. Wie du die Materialangabe liest, steht im Ratgeber Sextoy-Materialien.

Batterie oder Akku ist dagegen eher Geschmackssache. Ein Batteriegerät ist sofort wieder einsatzbereit, wenn Ersatz in der Schublade liegt. Ein Akku spart den Einkauf und den Abfall, muss aber geladen sein. Mehr dazu im Ratgeber Akku, Laden und Wasserschutz.

Was bedeuten IPX7 und IPX8 beim Preis?

Sie sagen, wie viel Wasser ein Gerät nach der Norm DIN EN 60529 aushalten muss, und sie sind kein Luxusmerkmal. IPX4 heisst geschützt gegen Spritzwasser, IPX7 gegen zeitweiliges Untertauchen und IPX8 gegen dauerndes Untertauchen, so steht es in einer Übersicht der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Bei uns nennt etwa jedes fünfte Toy unter 30 Franken IPX7, IPX8 oder «untertauchbar», zwischen 30 und 120 Franken ist es gut jedes dritte.

Ein Text, der nur «wasserdicht» schreibt, ohne Schutzart, ist weniger genau. Wir haben auch Lieferantentexte gefunden, die «tauchfähig» und im selben Satz IPX6 nennen, obwohl IPX6 nur Schutz gegen starkes Strahlwasser bedeutet. Verlass dich im Zweifel auf die Schutzart und nicht auf das Wort.

Lohnt sich ein Luxus-Toy?

Wenn dir Design, Verarbeitung und eine bestimmte Marke viel wert sind, ja. Im Band ab 120 Franken stehen bei uns 114 Toys mit Motor, 90 davon von LELO, dazu einige von Womanizer und Kiiroo. Technisch unterscheidet sich dieses Band aber weniger vom mittleren, als der Preis vermuten lässt. Der Akkuanteil ist sogar etwas tiefer als zwischen 60 und 120 Franken, eine App nennen in beiden Bändern 14 %.

Ganz oben im Katalog zahlst du für Material im Sinne von Schmuck. Der teuerste Vibrator ist eine Ausführung aus 24-karätigem Gold, andere Modelle derselben Marke gibt es in Edelstahl für mehrere tausend Franken. Das ist eine Entscheidung für ein Objekt, nicht für mehr Funktion.

Wie viel solltest du für das erste Toy ausgeben?

So viel, dass es die Bauform und die Ausstattung hat, die du willst, und nicht mehr. Für ein kleines Toy für aussen reichen bei uns meist 20 bis 30 Franken. Soll es einen Akku haben, plane eher 30 bis 60 Franken ein. Für Druckwelle oder App wird es mehr. Im Ratgeber zum ersten Vibrator findest du die Entscheidung nach Bauform Schritt für Schritt.

Typische Denkfehler beim Preisvergleich

Der häufigste ist der Vergleich über Kategoriegrenzen hinweg. Ein Rabbit für 39.90 ist nicht teurer als ein Bullet für 19.90, er ist ein anderes Gerät. Vergleiche innerhalb der Kategorie, dann sagt der Preis etwas.

Der zweite betrifft Verbrauchsartikel. Bei Gleitgel kosten die Flaschen auf Wasserbasis bei uns in der Mitte 13.40 Franken, aber die Flaschen sind verschieden gross, von der Einzelportion bis zur grossen Flasche. Rechne dort auf den Inhalt um. Ein Set mit mehreren Toys ist ebenfalls schwer zu vergleichen. Lohnend ist es nur, wenn du die einzelnen Teile auch einzeln kaufen würdest.

Und schliesslich das Wort «mini». Es beschreibt bei den Lieferanten eher eine Bauart als eine Grösse. Wie gross ein Toy wirklich ist, steht in den Massen beim Artikel, soweit der Hersteller sie nennt. Wie du sie liest, erklärt der Ratgeber Sextoy-Grösse wählen.

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Quellen

  1. Mehrwertsteuersätze der Schweiz, Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV), abgerufen am
  2. DGUV Information 203-006, Schutzarten nach DIN EN 60529, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), abgerufen am
  3. Sextoys, Planned Parenthood Federation of America, abgerufen am
  4. Chemische Stoffe in Sexspielzeug, 2006, Miljøstyrelsen (dänische Umweltbehörde), abgerufen am

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