Eine Penispumpe ist ein Zylinder, der über den Penis gestülpt wird. Pumpst du Luft heraus, entsteht ein Unterdruck, und Blut fliesst in den Penis. So beschreibt es MedlinePlus, das Gesundheitsportal der US National Library of Medicine. In der Medizin sind solche Geräte als Hilfe bei Erektionsstörungen bekannt. Wer sie zum Spass benutzt, sollte dieselben Regeln kennen. Und eine Sache vorab, weil viele Produktnamen etwas anderes vermuten lassen.
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Macht eine Penispumpe den Penis grösser?
Nicht dauerhaft. MedlinePlus schreibt ausdrücklich, dass eine Vakuumpumpe den Penis mit der Zeit nicht vergrössert. Die International Society for Sexual Medicine (ISSM) zählt Pumpen zu den Produkten, die eine Vergrösserung versprechen, und hält fest, dass es dafür keinen sicheren, verlässlichen Weg ohne Operation gibt. Was du nach dem Pumpen siehst, ist das zusätzliche Blut im Gewebe, und das fliesst wieder ab.
Die Rubrik heisst bei uns Penispumpen. In manchen Artikeltexten der Lieferanten liest du trotzdem von Vergrösserung oder mehr Zentimetern. Das übernehmen wir nicht als Versprechen. Wie wir mit solchen Angaben umgehen, steht unter Qualität und Sicherheit.
Die Aussage der ISSM gilt für jede Methode ohne Operation, also auch für Streckgeräte, sogenannte Extender. Wer sich wegen der Grösse Sorgen macht, kann das mit einer Urologin oder einem Urologen besprechen.
Wie funktioniert eine Vakuumpumpe?
Der Zylinder liegt am Körper dicht an. Mit einer Handpumpe, einem Ball oder einem kleinen Motor wird die Luft herausgesaugt. Bei manchen Modellen wird der Zylinder mit Wasser gefüllt, laut Lieferant sind sie für Dusche oder Badewanne gedacht. Welches Prinzip ein Modell hat, steht im Artikeltext.
In der medizinischen Anwendung kommt nach dem Pumpen ein Ring oder ein Band an die Peniswurzel. Es hält das Blut im Penis, wenn der Zylinder abgenommen wird. Manche Pumpen haben einen solchen Ring dabei, und für ihn gilt eine klare Grenze.
Wie lange darf der Ring nach dem Pumpen bleiben?
Höchstens 30 Minuten. Diese Grenze nennen MedlinePlus, die European Association of Urology (EAU) und die US-Arzneimittelbehörde FDA übereinstimmend. MedlinePlus rät ausserdem, zwischen zwei Anwendungen 60 Minuten Pause zu machen. Mehr zu Ringen steht im Ratgeber Penisringe und Vibrationsringe.
Worauf achtest du beim Kauf?
Auf ein Ventil, das den Druck begrenzt oder schnell ablässt. MedlinePlus rät, nur ein Gerät mit Vakuumbegrenzer zu wählen. Die FDA verlangt für medizinische Geräte dieser Art ein automatisches Sicherheitsventil, das den Unterdruck auf ein sicheres Mass begrenzt. Ob ein Modell ein Ventil zum Ablassen hat, steht bei manchen Artikeln im Text. Steht dort nichts, frag nach oder wähl ein anderes Modell.
Wichtig ist auch, dass der Zylinder zur Grösse passt. Er soll an der Basis gut abschliessen, ohne zu drücken. Die Masse des Zylinders stehen beim Artikel, soweit der Lieferant sie angibt. Miss vorher den Umfang deines erigierten Penis an der dicksten Stelle, dann kannst du vergleichen.
So gehst du beim ersten Mal vor
Langsam und mit wenig Druck. Gib etwas Gleitgel auf Wasserbasis an den Rand des Zylinders, damit er gut abdichtet. MedlinePlus nennt wasserbasiertes Gleitmittel und warnt vor Vaseline, weil sie das Gerät beschädigt. Dann pumpst du in kleinen Schritten und achtest darauf, wie es sich anfühlt. Tut es weh, lässt du den Druck sofort ab. Darum ist ein Ventil, das du mit einem Finger öffnen kannst, so wichtig. Die FDA schreibt, bei Schmerzen die Anwendung abzubrechen.
Nach dem Pumpen kann der Penis leicht bläulich und kühl wirken. Auch kleine rote Punkte unter der Haut, sogenannte Petechien, oder leichte Blutergüsse sind möglich. Das nennt MedlinePlus als bekannte Begleiterscheinungen.
Wann solltest du die Pumpe nicht benutzen?
Wenn du Blutverdünner nimmst oder eine Störung der Blutgerinnung hast, etwa eine Hämophilie oder eine Sichelzellkrankheit. In diesen Fällen soll das vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden, schreibt MedlinePlus. Die EAU empfiehlt Vakuumgeräte bei Blutverdünnern und Gerinnungsstörungen nicht. Die FDA nennt zusätzlich ein vermindertes Schmerzempfinden als Grund zur Vorsicht, weil man dann nicht merkt, wenn der Druck zu stark wird.
Zur Ärztin oder zum Arzt gehst du, wenn nach dem Pumpen Schmerzen bleiben, wenn starke Blutergüsse oder Blutblasen auftreten oder das Gefühl im Penis nachlässt. Diese Warnzeichen nennt MedlinePlus.
Und wenn du eine Pumpe benutzen möchtest, weil die Erektion nicht so will wie du, sprich zuerst mit einer Ärztin oder einem Arzt. Erektionsprobleme können verschiedene Ursachen haben, und der NHS nennt Vakuumpumpen als eine von mehreren Behandlungen, etwa wenn Medikamente nicht in Frage kommen.
Und Hodenpumpen?
Für Pumpen, die nur am Hodensack ansetzen, haben wir keine Sicherheitsangaben einer Gesundheitsbehörde oder Fachgesellschaft gefunden. Die FDA schreibt zu Vakuumgeräten für den Penis, dass sie Blutgefässe im Penis oder im Hodensack verletzen können. Das spricht dafür, beim Hodensack besonders vorsichtig zu sein, mit wenig Druck, kurz und mit sofortigem Ablassen bei Schmerzen. Folge in jedem Fall der Anleitung des Herstellers. Gibt es keine, lass die Finger davon.
Reinigen und aufbewahren
Den Zylinder und den Ring wäschst du nach jedem Gebrauch mit warmem Wasser und milder Seife, so wie andere Toys auch. Der Pumpball oder ein Motor gehört nicht ins Wasser, ausser der Hersteller erlaubt es. Lass alle Teile trocknen, bevor du sie zusammensteckst. Der Schlauch sollte trocken sein, bevor er wieder an den Zylinder kommt. Wie du Toys allgemein pflegst, steht im Ratgeber Sextoys reinigen und aufbewahren.
Und Penishüllen?
In derselben Rubrik wie die Pumpen stehen Penishüllen mit Verlängerung, die über den Penis gezogen werden. Was eine Hülle verlängert, ist die Hülle selbst, nicht der Penis. Pumpen findest du unter anderem von Bathmate, Pump Addicted, Pump Worx und Calexotics.
